Samstag, 16. Mai 2015

Buch des Monats Mai

von Helga, der Bärenoma


Hohes Gericht.......
Ich gestehe..... sehr gerne bei Nicole's "Buch des Monats" *klick* dabei zu sein! :-) Ich gestehe..... eine Wiederholungstäterin zu sein......


Ich gehe in Abständen an meinem langen Buchregal entlang und sehe mir, oft mit Verrenkungen meines Kopfes, alle Titel an. Plötzlich greife ich zu, aha, gefunden, das werde ich nochmals lesen wollen. 

Schnell, hereinspaziert ins Innenleben von der Bleistiftherstellerdynastie Faber Castell.
Asta Scheib hat sich derer bereits 1998 angenommen und ein lesenswertes, informatives Buch geschrieben. Jeder kennt diese Stifte und findet bei genauerem hinsehen bestimmt welche bei sich zu Hause.

Und nun zum Inhalt. Es beginnt mit einem Zitat:

 Wie die Sonne, wenn sie aufgegangen ist, an dem hohen Himmel des Herrn eine Zierde ist, also ist ein  tugendsames Weib eine Zierde in ihrem Hause. 
 Jesus Sirach 26,21

Das Buch beginnt mit einem Kapitel über Anna, die aus ärmlichen Verhältnissen stammt und bei den Fabers als Hausmädchen ihren Dienst antritt, später als Näherin für die Mode der Herrschaften zuständig und zum Schluss das Kindermädchen für Ottilies Kinder wird und dadurch eine enge Beziehung zwischen den beiden Frauen entsteht. Abwechselnd wird ein Kapitel über Anna und eines über Ottilie geschrieben.
Ottilie von Faber ist erst 16 Jahre alt als sie 1893 zur Alleinerbin von ihrem Großvater Lothar von Faber eingesetzt wird. Sie ist sehr jung, sehr schön, sehr reich. Was wir heute als bekannteste Bleistiftfabrik kennen, begann einmal ganz klein bei Nürnberg. Diese Biografie stellt die gesamte Geschichte des Konzerns Faber-Castell anhand der Ottilie dar. Sie stellt auch die Entwicklung der Industriegesellschaft und Bismarks Neuerungen, den sich entwickelnden Sozialismus und den Alltag vor dem 1. Weltkrieg dar.
Noch vor seinem Tod erreicht der Großvater dass Ottilie Alexander von Castell heiratet. Mit Hilfe seines Geldes und seines Einflusses hat er noch vor seinem Tod erreicht, dass der Name Faber dann dem Namen Castell vorangestellt wird. Vier Kinder werden geboren, die Ehe bröckelt, Ottilie ist neu verliebt und nun....... 


..... lest Ihr bitte alles weitere selbst, denn mehr will ich nicht mehr verraten.
Dieses Buch ist kein feministischer Aufruf, es beschreibt ganz einfach was in dieser Zeit passierte, wenn eine Frau intelligent und mit einem eigenen Kopf ausgestattet war. Leider ging die Gesellschaft mit solchen Frauen um die Jahrhundertwende nicht sehr zimperlich um.
Ein Frauenroman und mir hat er gefallen und dies schon zum zweiten Mal.



Als gebürtige Nürnbergerin, wir wohnten gleich im näheren Umkreis, gibt es etwas zu bemerken: die Rednitz der Fluss bei Nürnberg floss direkt an den Produktionsstätten vorbei und es wurde das warme Wasser aus der Produktion in den Fluss geleitet und an dieser Stelle lud eine angenehme Wassertemperatur uns Kinder in den 1950ziger Jahren zum Baden ein. Welch ein billiger Spaß damals, eben Kindheitserinnerungen. 

 
Im Schloss Stein lernte ich erstmals meine  spätere Schwiegertochter kennen, anlässlich einer Kunstausstellung an der auch mein Sohn teilnahm.
Hin und wieder finden auch Traumhochzeiten im Schloss statt. Die Schauspielerin Mariella Ahrens heiratete im Dezember 2006 Patrick von Faber Castell. Das Paar lebt aber leider schon wieder getrennt.


Foto www. Schloss Neidstein

Auch Schloss Neidstein bei Etzelwang, Landkreis Sulzbach-Amberg ist im Besitz der Fabers mit 28 Zimmern auf 900 qm und 165 ha Wald. Ehemals kaufte der Filmstar Nicolas Cage das Schloss, er hat ein Faible für Immobilien. Seine Mutter stammt aus Bayern und war Tänzerin und Choreografin. Finanzgründe zwangen ihn es wieder abzugeben.

Ich grüß Euch alle sehr herzlich, 
Helga, die Bärenoma

Kommentare:

  1. Ich mag deine Buchbesprechungen, Bärenoma! Mal schauen, ob ich dieses Buch irgendwo auftreiben kann :)
    Herzlichst
    yase

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  2. Danke für die Buchvorstellung, es klingt sehr interessant! Ja in dieser Zeit war es für Frauen noch sehr schwierig, ihren Kopf durchzusetzen!
    LG Petra

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  3. Liebe Helga,
    na, da hat sich die Frage ja geklärt was ich als nächstes lesen werde. Vielen Dank für den Tipp. Schönen Sonntag, liebe Grüße Christine

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  4. Liebe Helga, das ist eine interessante Geschichte. Das interessiert mich sehr! Danke für die Vorstellung des Buches.
    glg Susanne

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  5. Ich liebe solche authentischen Romane, Biographien über starke Frauen und was sie alles bewirkt haben, auch wenn es oft nur im Hinterzimmer oder bei Besprechungen im Ehebett stattgefunden hat.
    LG Petra

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  6. Liebe Bärenoma,
    dieses Buch habe ich auch im Regal, leider noch ungelesen.
    Aber nun werde ich es mir greifen, mich auf die Sonnenliege in den Garten legen und los schmöckern.
    Danke Dir für die schöne Buchvorstellung.
    Dir wünsche ich einen schönen Sonntag und lieben Dank für Deine Mail.
    Ich hoffe, das Buch wird Dir gefallen.
    Ganz liebe Grüße
    Nicole

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  7. Eine schöne Buchvorstellung!
    Da bekomme ich direkt Lust mal wieder ein schönes Frauenbuch zu lesen.
    Danke,
    Andrea

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  8. Liebe Helga!
    Das klingt sehr interessant.
    Darin muss ich unbedingt auch mal meine Nase stecken und es kommt auf meine Leseliste.
    Danke dir für diesen Tipp und wünsche dir einen wunderschönen Sonntag!
    ~Susanne~

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  9. Ich finde, das hört sich doch super an! Ganz mein Geschmack, ich mag reales und historisches, wenn es gut gemacht und geschrieben ist!!
    Lieben Dank für die Vorstellung!

    Liebe Grüße
    Nina

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  10. Liebe Mama,

    Dein Blogeintrag ist sehr liebevoll gestaltet, vor allem Stein und Schloss Neidstein gefallen mir gut.
    Cage hat das Schloss ja schon länger wieder verkauft, ich glaube der war nur 1 oder 2 mal da…. .

    Liebe Abendgrüße
    Jan

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  11. Hallo Kerstin,
    das klingt interessant und am besten finde ich, dass Du auch manche Bücher zweimal liest, denn dann waren sie ja wirklich gut. Bei mir schaffen, dass nur wenige Bücher - eine Krimi z.B. nie. Ich mag es nicht, wenn ich vorher weiß wie das Buch ausgeht.
    Liebe Sonntagsgrüße
    Manu

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  12. Hallo liebe Helga, solche Bücher sind eben was richtig schönes und die wenigsten verlocken dazu, es ein 2. Mal zu lesen. Schließlich ist die Spannung weg. Und dieses Buch scheint wirklich sehr verlockend zu sein, du hast recht Faber-Castell ist doch mehr oder weniger Teil unseres Alltages und es kann nie schaden, sich ein wenig weiterzubilden. Dafür sage ich euch Danke! LG Daniela

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  13. Liebe Bärenoma Helga,

    das klingt wirklich nach einem sehr interessanten Buch! Ganz bestimmt war es in der damaligen Zeit schwierig, als Frau in der Geschäftswelt Fuß zu fassen und akzeptiert zu werden… Es ist ja heute in manchen Bereich noch nicht leicht, aber dennoch ein Kinderspiel gegen damals. Lustig, dass ihr als Kinder das warme Wasser der Firma nutzen konntet!!!

    Alles Liebe zur „Wochenteilung“ an dich und alle deine Lieben,

    herzlichst, die Traude

    http://rostrose.blogspot.co.at/2015/05/uber-eine-unheimliche-krankheit-und.html

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  14. Liebe Helga,
    sehr schön hast du das alles geschrieben und interessant. Ich bin ja auch aus Nürnberg und hatte das Glück das Schloss auch mal von
    Innen zu Bewundern. Wir bekamen ein private Führung.
    Da kamen Erinnerungen auf. Das mit dem warmen Wasser wusste ich nicht.
    Danke für die Erzählungen.
    Lieben Gruß Ursula

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  15. Bärenoma, du Liebe,
    es ist immer wieder schön, deine Buchbesprechungen zu lesen.
    Ich werde mir das Buch mal besorgen - es gefällt mir.
    Liebe Grüße
    Irmi

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