Samstag, 14. September 2019

Früher war vieles noch anders

von Helga

 

*dieser Beitrag kann indirekt Werbung ohne Auftrag (Markennennung, Ortsnennung, Verlinkung ) enthalten.


📷 Ich bin noch in der glücklichen Lage einen kleinen Fundus zu besitzen, den mir meine Mama hinterlaßen hatte und den ich auch sorgfältig bis heute hütete. Es gab durch zwei Kriege 1914 /1918 und 1939/1945 nicht so viele Neuerfindungen, auch die Materialien dazu waren noch nicht erfunden.
Dazu gehörten in erster Linie die Fotoausrüstungen.📷

 
📷 Es war eine wahre Odyssee um ein halbwegs taugliches Familienfoto einzufangen. Von diesen Exemplaren habe ich noch einige hier aufbewahrt und ich sage Euch, die bringt man nirgends gescheit unter. Es sind diese Plattenaufnahmen wo noch die Lunte als Blitz gezündet wurde, damit es hell genug war. So mancher Handy-Selfie-Fotograf hätte damit seine Probleme gehabt.📷


📷 Der Mann im weißen Kittel aber stand mit seinem Geheimwissen im Atelier. Auf einem Dreibein-Stativ, sein eigentliches Werkzeug, der Fotoapparat. Am geheimnisvollen Holzkasten eine lange Strippe, die in einem kunstvollen Bogen herab hing.📷

 
📷 Er streckte seinen Kopf unter ein schwarzes Tuch hinter seinem Apparat und  erzählte irgendetwas von einem Piepmatz der jetzt gleich aus dem Kasten springt........ schon war es vorbei und hat garnicht weh getan. Durch die Entwicklung mit einer fotochemischen Emulsion die auf die Glasplatte aufgetragen wurde, als Aufnahmemedium, konnte man sie in einer Plattenkamera verwenden, sodaß das fertige Negativ fest mit der Glasplatte als Träger verbunden ist.📷


📷 Alles war natürlich schwarzweiß, mit schwerem Glasrahmen und mit Klebeband festgehalten. Auf dem Foto selbst dann meist Frauen, Mütter mit Kindern, oder Kinder auf weißen Fellen. Herzallerliebst ausstaffiert mit oder ohne Lockenköpfchen. Spielzeugs hatten sie nicht, sie mußten ohne Bonbon, Lutscher oder Stofftier stillhalten. Die schönen Mütter meist ganz  in schwarz mit langen Rüschenröcken und mit unendlich vielen Ösen in schwarz geschnürten Stiefletten und aufgetürmter Hochfrisur. Das Knöchel durfte damals ja nicht sichtbar sein.📷


📷 Auch meine Großmutter sollte nie ohne männliche Begleitung das Haus verlaßen. Trotzdem passierte es, daß sie einen unehelichen Sohn gebar, der allerdings im 1. Weltkrieg mit nur 18 Jahren durch einen Lungendurchschuß zu Tode kam. Niemand wußte bis heute etwas über diese Geburt und dessen Vater. Da hing der eiserne Mantel des Schweigens darüber, diese Schande durfte niemals ans Tageslicht kommen.📷

 
📷 Das Jahr 1919 stand für einen radikalen Neuanfang in Deutschland. Dann begannen die goldenen 20er Jahre. Frauen wurden selbstbewußter, die Hüte kleiner und man trug Bubikopf.
Auch eine wahre Materialexplosion begann. Neue Kunststoffe wurden entdeckt, PVC, Plexiglas, Nylon, Perlon, Bakelit. Im Bereich Metalle erlebte bereits 1912 Friedrich Krupp AG aus Essen, als Patent angemeldet, den rostfreien Stahl. Aluminium trat seinen Siegeszug an, als das "Metall der Moderne". 📷


Ernest Hemingway

 📷 Wenn wir diese Welt behalten wollen, müßen wir etwas ändern. 📷
Alles Liebe für Euch von Helga

verlinkt mit: *Samstagsplausch*, *ZiB*, 

Kommentare:

  1. Hach liebe Helga...was für eine Freude. So liebe ich solch alten Fotos und ich kann sehr gut nachvollziehen dass du sie wie ein Schatz hütest. Ich selbst habe erst im Mai noch einen Schwung aus Deutschland mitgebracht, die liegen allerdings weil ich ja schon soviele in alten Rahmen hängen habe. In solchen Momenten der Gedanken (wie du sie geschrieben hast) denke ich auch immer dazu: was diese Menschen denken würden wenn sie den heutigen Fortschritt sehen würden. Wie einfach ist es doch, einfach "klick" und wenns nicht gefällt gleich löschen^^

    Wundervoll auch dein heutiges ZiB, die Worte kann man nur heftig abnicken. Wie wahr und man sollte wirklich dafür kämpfen, auch wenn es ein harter Kampf ist.

    Toll auch die Bahnanlage selbst, ist die auch noch in deinem Besitz?

    Freue mich jedenfalls sehr dass du heute mit dabei bist und danke dir vielmals dafür.

    Wünsche dir und natürlich auch deinen Lieben sowie Frau Meier ein wundervolles Wochenende und sende allerliebste Grüssle rüber

    N☼va

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  2. Liebe Helga,
    das sind wertvolle Erinnerungen.
    Sonnige Grüße an dich und Kerstin
    Elisabeth

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  3. Da hast du ganz viel Menschheitsgeschichte in wenige Wort gefasst und mit vielen persönlichen, perfekten Fotos illustriert. Früher war auch nichts besser und Menschenleben mit Kummer & Sorgen verbunden. Jetzt müssen wir anders kämpfen. Und sollten es tun, am nächsten Freitag zum Beispiel.
    Alles Liebe!
    Astrid

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  4. Was für ein wunderschöner Beitrag liebe Helga,
    diese Fotos sind wirklich wahre Schätze. Ich habe von meiner Oma noch so einige und die hüte ich auch. Vielen Dank für die Erläuterungen und Erklärungen, welche ich sehr gerne gelesen habe und auch für den ganz persönlichen Einblick in deine Familie.
    Deinem ZiB stimme ich zu 100 % zu, nächsten Freitag werde ich auch mitgehen in Hannover. Ja es muss sich was ändern, die Welt ist so ein wunderbarer Ort - sie muss uns das wert sein.
    Ganz liebe Grüße Kirsi

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  5. Oh was für eine schöne Zeitreise, vielen Dank fürs Mitnehmen. Wenn man das alles von Früher mit heute vergleicht, hat es einen gewaltigen Sprung gegeben, aber ich finde es auch wichtig diese Zeit nicht zu vergessen. Und auch heute ist es noch so, dass oft einfach ein Mantel des Schweigens übergezogen wird. Auf jeden Fall hast du hier einen ganz besonderen Schatz.
    lg und schönes Wochenende, Martina

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  6. Liebe Helga,
    geradezu beneidenswert, welche Schätze der Erinnerung Du besitzt. Deine Zeitreise ist so spannend.....
    Das ZIB hast Du ganz wundervoll umgesetzt!
    Angenehmen Samstag und liebe Grüße
    moni

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  7. Leider besitze ich diese alten Fotos und wertvollen Erinnerungen nicht mehr. Meine Stiefmutter hat alles entsorgt. Deshalb kann ich gut verstehen, dass du diesen Schatz gut hütest.
    Früher waren die Erfindungen der Moderne eine gute Weiterentwicklung des Lebensstandards. Nur ist ein ZU VIEL fast immer schädlich und das Wissen hat sich weiterentwickelt. Jetzt muss man nur noch dafür kämpfen, dass das Wissen auch in allen Köpfen ankommt und umgesetzt wird.

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
    Arti

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  8. Servus Helga, sehr interessante Fotos hast du noch. Diese Bilder könnten auch Geschichten erzählen. Ich bin trotzdem froh nicht in diesen Zeiten gelebt zu haben. Ich finde das JETZT schön und lasse mir auch meine Lebenszeit nicht von Weltpessimisten verderben.
    Lg aus Wien

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  9. Die Entwicklung der Fotografie von damals bis heute ist mega interessant.
    Ich finde es wirklich spannend was Du uns dazu geschrieben hast.
    Irgendwie hatte jede Zeit beide Seiten. Ich bin wirklich fasziniert :))
    LG heidi

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  10. ....stimmt: Es ist nirgends so schön, wie auf der Welt!!!!
    Und wir sollten wirklich alle zusammen alles unternehmen, dass auch für unsere Kindeskinder (und darüber hinaus) diese Welt mit möglichst wenig "Pläsuren" erhalten werden kann.
    Ein entspanntes Wochenende,
    Luis

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  11. Ach, ist das herrlich, so schöne Fotos und eine Geschichte dazu. Das Bild mit Mutter und Kind, finde ich allerliebst und gelungen.
    Das Zitat, die Welt ist es für alle Zeiten wert für sie zu kämpfen, hoffentlich können wir die Erde so erhalten.
    Liebe Grüsse, Klärchen

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  12. Wunderschöne und ganz besondere Fotoaufnahmen. Ja, wir sollten auf unsere Welt achten und sie beschützen, denn wir haben nur diese eine Welt.
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
    Christine

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  13. Liebe Helga,
    schön das du die alten Fotos wie kleine Schätze hütest. Das sind wertvolle Erinnerungen, die unter großem Aufwand entstanden sind. Es hat sich gerade in den letzten Jahren alles rasend schnell entwickelt. Manchmal kommt man selber nicht mehr hinterher. Was heute noch neu ist, kann morgen schon wieder völlig überholt sein. Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.
    Liebe Grüße vom Emma und Lotte Frauchen

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  14. Liebe Helga,
    mein Frauchen ist begeistert ob deiner tollen Sammlung alter Bilder, sie erzählen so viel von einer Zeit die war und wir uns doch ncht so ganz vorstelen können. Leider besitzen wir nur ganz, ganz wenige davon, ein Bild von Frauchens Grossvater aus dem Jahre 2014 in Uniform hoch auf einem Pferd - ist das Älteste. Bei einer der nächsten Wanderungen wollen wir die Gegend erkunden wo es aufgenommen wurde.
    Ganz liebe Grüsse von Ayka

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  15. liebe Helga,
    schön, dass Du so wunderschöne Schätze aufgehoben hast,sie sind etwas ganz besonderes!
    das war jetzt sehr interessant,
    ich wünsche Dir noch einen schönen Sonntag,
    liebe Grüße
    Gerti

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  16. Liebe Helga,
    das sind so wunderbare und wertvolle Erinnerungsstücke.
    Wenn man bedenkt, dass es gar nicht soo lange her ist, dass auch hier die Frauen nicht ohne die Männer das Haus verlassen durften, puuuh...
    Wir dürfen uns glücklich schätzen in anderen Zeiten zu leben.
    Liebe Grüße von
    Heike

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  17. ein weitergeleiteter Kommentar weil man hier nicht mehr ohne Google Konto kommentieren kann:

    Liebe Mama,

    guten Morgen!

    Das ist ein toller Post. Ich wusste gar nicht , dass deine Grossmutter ein uneheliches Kind hatte? Auch nicht, dass du so alte Plattenaufnahmen besitzt. Die musst du unbedingt aufheben wenn möglich! War schön zu lesen, danke!

    Liebe Grüße
    Dein Jan

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  18. Auf einem Dachboden im St.Galler Rheintal habe ich im Dreck ein Fotoalbum gefunden, das voller solch schöner Fotos steckt. Ich bilde mir ein, es seien meine Verwandten. ;-) Liebe Grüsse von Regula

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  19. Liebe Helga,

    was für ein wundervoller post, mit dem du eine Zeitreise in die Vergangenheit gemacht hast.
    Diese alten Fotos sind von unschätzbarem Wert und es gut, dass du sie auch weiterhin wie einen Schatz hütest.

    Genauso, wie du es schildertest, spielte sich früher das Fotografieren ab. Das war seinerzeit noch echte Kunst. Heute drücken wir meistens nur noch auf einen Knopf und ratzfatz ist ein Bild zur Stelle.

    Zur Lebzeiten deiner Großmutter war es undenkbar, dass eine Frau ein uneheliches Kind gebahr und am Kommentar von Jan wird deutlich, welches Mäntelchen um diesen Tatbestand gehängt wurde. Dem Sohn war leider nur ein kurzes Leben geschenkt worden, viel zu früh musste er gehen.

    Die Technik hat sich seit jenen Tagen rasant weiter entwickelt und wir müssen aufpassen, dass wir das Wissen, was wir besitzen, in richtige Bahnen lenken, um unseren einmaligen Planeten nicht zu zerstören.

    Ganz liebe Grüße und einen schönen Sonntagausklang
    Christa

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  20. Meine Mutter hat beim Tod der Oma alles weggeschmissen. Mit dem Tod meiner Grossmutter verschwanden auch die Geschichten meiner Familie mütterlicherseits. Von meinem Vater weis sich sehr wenig - ich bin etwas wurzellos...
    Danke für deine Bilder und deine GEschichten
    Herzlichst
    yase

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  21. Schon unglaublich, wie groß der Fortschritt in den letzten 100 Jahren gewesen ist. Ich als Freigeist könnte mir nicht vorstellen, so wie damals zu leben.
    LG, Varis

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  22. Danke Helga, du hast alles wieder so liebevoll zusammengestellt und beschrieben.
    Es macht immer viel Freude deine Beiträge zu lesen.

    Herzliche Grüße von Heidi-Trollspecht

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  23. Liebe Helga,
    herzlichen Dank für diesen wunderbaren Post!
    Die alten Fotos sind herrlich und auhc ich darf mich glücklich schätzen, solche Erinnerungsstücke mein Eigen zu nennen :O)
    Mit Deinem Schlußsatz hast Du absolut Recht!
    Ich wünsche Dir einen wundervollen Tag!
    ♥️ Allerliebste Grüße, Claudia ♥️

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  24. Ein toller Post. Die Frauen in dieser Zeit, trugen in Deutschland grundsätzlich schwarz. Und wie Kinder ohne "echten" Vater entstehen konnten, bleibt wohl auf immer ein Rätsel
    Lieben Gruß
    Andrea

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  25. Hallo Helga,
    das ist ein wundervoller Post. Diese alten Fotos sind durch nichts zu ersetzen. Die haben einfach ein Eigenleben und viel Charme. Ich habe auch noch so alte Fotos von meinen Großeltern und Eltern. Die sind mir auch heilig.
    Liebe Grüße
    Silke

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  26. Hallo Helga,
    der kleine, bebilderte Geschichtsunterricht hat mir jetzt richtig gut gefallen!
    Ich bewundere solche alten Fotografien, weil sie uns trotz ihres Alters, noch viel erzählen können.
    Die Menschen darauf zeigen Haltung und haben sich hübsch gemacht, das hinterlässt einen bleibenden Eindruck.
    LG Heidi

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  27. Hallo Helga,
    ja was sich über die Jahre so alles ändert nicht wahr. Nostalgie der Fotografie, so charmant erzählt mit Familiengeschichte. Herzlichen Dank für den schönen Beitrag.

    Alles Liebe
    Monika

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  28. hach.. so tolle alte Bilder
    ja das sind Schätze
    ich habe noch ein paar von meinem Mann
    mein Vater hat zwar ein paar Alben von sich "gerettet"
    aber von meiner Oma war nichts mitgenommen worden
    auf der Flucht waren andere Dinge wichtiger
    gerade dieser Tage habe ich einen Bericht gesehen wie Kinder früher fotografiert wurden
    da standen z.B. die Mütter hinter ihnen unter einem schwarzen Tuch und hielten sie fest
    es dauert ja lange bis so ein Bild im "Kasten" war
    die Beispiele die aufgeführt waren waren echt zum Grinsen :D

    um den jungen Mann tut es mir Leid
    so jung zu sterben und sinnlos dazu

    dein Eisenbahngebäude ist auch eine Rarität
    und das Zitat wahrer den je

    liebe Grüße
    Rosi

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